10 Ebenen des Commitments – Problemsicht

10 Ebenen des Commitments – Problemsicht

Je härter wir versuchen
andere zu überzeugen
um so schneller wächst
ihr Widerstand.


Kennen Sie das? Sie haben eine tolle neue Idee und sind total begeistert von ihr. So begeistert, dass Sie sofort auch Ihr Team davon überzeugen wollen. Doch dort treffen Sie nur auf taube Ohren. Schlimmer noch: Je mehr Sie versuchen die anderen argumentativ zu überzeugen, um so stärker wird die Ablehnung.

Warum ist das so und wie können Sie wesentlich erfolgreicher mit solchen Situationen umgehen?
 

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Widerstand ist Feedback

Widerstände gehören untrennbar zu jedem Veränderungsprozess  dazu. Widerstand ist Feedback und Sie können dieses Feedback sogar nutzen, um Veränderungsprozesse optimal zu gestalten. Es ist sinnvoll sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, welche Widerstände auftreten können und ihnen proaktiv entgegenzutreten. Dabei geht es nicht nur um rein logische begründbare Widerstände, sondern viel häufiger auch um verdeckte emotionale. Menschen sind sehr verschieden und handeln aus unterschiedlichen emotionalen Beweggründen heraus. Je besser Sie diese kennen, um so größer sind Ihre Möglichkeiten den Veränderungsprozess erfolgreich durchzuführen.

Problemsicht, Lösungssicht, Commitment

Veränderungsprozesse lassen sich in 3 Hauptebenen aufteilen. Diese 3 Hauptebenen sind zum einen die Problemsicht, zum zweiten die Lösungssicht, und zum dritten die Ebene des Commitments. Es ist wichtig diese 3 Ebenen klar voneinander zu trennen, denn erst wenn das Problem von allen beteiligten Personen gleich gesehen wird macht es Sinn sich über die Lösungsfindung Gedanken zu machen. Und erst wenn der Lösungsweg klar definiert ist besteht eine reelle Chance, dass Menschen oder ganze Teams sich für eine Sache begeistern und ein Commitment abgeben, dieses Ziel auch gegen Widerstände zu erreichen. Denn warum sollte sich Jemand auf etwas committen, was nicht klar definiert ist?

Innerhalb dieser 3 Hauptebenen gibt es jeweils mehrere Unterebenen, insgesamt 10 Stück an der Zahl.

1. Wir haben kein Problem

Die erste Ebene innerhalb der Problemsicht ist die Ebene „Wir haben kein Problem“. Das kann entweder bedeuten, dass tatsächlich kein Problem existiert. Oder aber es kann heißen, dass ein sehr großes Problem existiert. Das Problem ist in dem Fall sogar so groß, dass es die Lösungsfindung behindert. Der lila Elefant im Raum, über den niemand sprechen darf.

Ein klassisches Beispiel: Ein neues Teammitglied kommt in ein bestehendes Team und hat noch einen frischen Außenblick. Sobald das Team auf negative Aspekte des Status Quo angesprochen wird, setzen Abstoßungsreaktionen ein und das Problem wird negiert – oftmals so lange, bis das neue Teammitglied entweder das Team wieder verlässt oder aber von der vorherrschenden Sichtweise „assimiliert“ wird.

Die spezielle Herausforderung auf dieser Ebene: Je länger dieser Status anhält, umso tiefer verfestigter sich die Problemstrukturen und um so schwieriger wird es, nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Daher ist es wichtig diese Ebene schnellstmöglich zu verlassen. Allen Beteiligten muss klar sein, dass ein echtes Problem besteht, das gelöst werden muss.

Erschwerend kommt auf dieser Ebene hinzu, dass es nicht vordergründig um fachliche und inhaltliche Fragestellungen geht, sondern zu einem großen Teil um emotionale. Die Beteiligten wissen häufig schon, dass der Status Quo nicht haltbar ist und Veränderungen durchgeführt werden müssen. Sie sind jedoch aus verschiedensten Sorgen und Ängsten heraus gehemmt, den ersten Schritt zu gehen.

2. Was genau ist das Problem?

Die zweite Ebene ist die Ebene der Problemdefinition. Hier geht es darum gemeinsam Klarheit darüber zu erlangen, was überhaupt das Kernproblem ist. Diese Ebene erkennen Sie an Aussagen wie

  • Das ist doch gar nicht unser Problem!
  • Wir haben doch ein ganz anderes Problem!
  • Warum lösen wir nicht zuerst xy?

Sich Klarheit über das Problem zu verschaffen ist vor allem dann wichtig, wenn verschiedene Interessenvertreter und Stakeholder ein gemeinsames Problem lösen sollen, von dem sie unterschiedliche Außenwahrnehmungen haben. Gerade in klassischen Unternehmen, die in Abteilungen und Bereiche gegliedert sind, kann es an den „Silogrenzen“ häufig zu Verständigungsschwierigkeiten und Interessenskonflikten kommen – die Entwicklungsabteilung hat eine komplett andere Sichtweise als Marketing oder Vertrieb. Und die wiederum andere als die Produktion.

Erst wenn ein gemeinsames Wir-Gefühl entstanden ist, kann es auch ein gemeinsames Problem geben. Vorher gibt es nur voneinander unabhängige Sichten auf das Problem; Teillösungen sind zum Scheitern verurteilt.

3. Das Problem ist nicht lösbar

Die dritte Ebene ist eine sehr emotionale Ebene: „Das Problem ist nicht lösbar“. Hier kommen Aussagen wie

  • Das haben wir schon mal probiert und es hat nicht funktioniert.
  • Die (ungeschriebenen) Unternehmensregeln verbieten uns, dass Problem anzugehen.
  • Wir dürfen unsere Prozesse nicht ändern, daher bleibt das Problem auch weiterhin bestehen.

Es ist häufig eine Ebene der Machtlosigkeit. Und um sie zu überwinden helfen Fragestellungen, die die Denkräume öffnen. Solche Fragestellungen können zum Beispiel die sogenannte Feen-Frage sein:

  • Was würde passieren, wenn Ihnen eine Fee erscheinen würde und Ihnen einen Wunsch erfüllen würde?

Was würden Sie sich wünschen, damit Freiräume geschaffen würden für Veränderungen und damit für die Lösung des Problems? Eine Variante der Feen-Frage ist die Power-Frage:

  • Wenn Sie der CEO dieses Unternehmens wären, was würden Sie veranlassen um das Problem zu lösen?

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Teil 1: Die 10 Ebenen des Commitments – Problemsicht
Teil 2: Die 10 Ebenen des Commitments – Lösungssicht
Teil 3: Die 10 Ebenen des Commitments – Commitment

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