Die Dilts Pyramide

Die Dilts Pyramide

Robert Dilts – Autor, Berater und Psychologe – hat sich viel mit psychologischen Fragestellungen beschäftigt. Er hat dabei ein Modell der logischen Ebenen aufgestellt das erklärt, warum wir so handeln wie wir handeln. Andreas Lowinger erklärt die Dilts Pyramide kurz und einprägsam anhand persönlicher Beispiele zu jeder Ebene.


 
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Handlungen sind stets kontextsensitiv

Wir sind immer in einem bestimmten Kontex unterwegs. Wenn ich zu Hause bei den Kindern bin werde ich mich anders verhalten als in der Firma. Das ist der von außen vorgegebene externe Kontext. Und das ist sichtbar. Auch mein Verhalten – also wie verhalte ich mich jetzt hier – ist sichtbar für jemanden von außen.

Die Dilts Pyramide ist so aufgebaut, dass die oben liegende Schicht jeweils begrenzt was auf den tiefer liegenden Schichten passieren kann. Über dem Verhalten stehen die Fähigkeiten. Wenn ich nicht Fahrrad fahren kann, dann werde ich zu häufig stürzen. Jedenfalls so lange, bis ich durch die viele Übung das Fahrrad fahren gelernt habe.

Werte und Prinzipien bestimmen unser Handeln

Über den Fähigkeiten stehen Werte, Prinzipien und Glaubenssätze. Wenn ich der Ansicht bin, dass ich niemals Snowboard werde fahren können – das ist so ein Glaubenssatz von mir – dann werde ich es auch nicht lernen und dann werde ich auch nicht Snowboard fahren.

Darüber ist die Persönlichkeit, z.B. „Ich bin ein Software-Entwickler“, und deshalb habe ich diese und jene Glaubenssätze. Noch eine Ebene darüber gibt es die Zugehörigkeit. Dazu gehört auch Spiritualität und Religion, je nachdem in welchem Kontext man unterwegs ist. Also: „DIE Software-Entwickler sind so, ich bin ein Software-Entwickler, also glaube ich, dass dieses und jenes so und so sein soll.“

Emotionen als Gradmesser

Das ist der grundsätzliche Aufbau der Dilts Pyramide. Und häufig spielt die Musik auf der emotionalen Ebene. Da kann man dann auf einmal Handlungen eines anderen Menschen von außen nicht mehr wirklich nachvollziehen. Die Handlungen wirken unlogisch. Im agilen Bereich gibt es den Ansatz „5 times why“. Also: Frage 5 mal nach, warum ist denn das so?Warum verhält sich ein Mensch so und nicht anders?

Früher oder später landet man dann immer auf der Ebene der Werte, der Prinzipien und der Glaubenssätze. Auf genau dieser Ebene entstehen auch Emotionen.

Und Emotionen sind etwas ganz Tolles! Wenn meine Werte und Glaubenssätze unterstützt werden, dann fühle ich mich gut. Umgekehrt: Wenn mich etwas stört (um es mal vorsichtig auszudrücken) dann heißt das, dass meine Werte, Prinzipien oder Glaubenssätze verletzt werden. Emotionen sind also ein Gradmesser dafür, was auf der Ebene Werte, Prinzipien und Glaubenssätze passiert.

Emotionen sind Schlüssel für Lösungsansätze

Wenn sich ein Mensch auf eine bestimmte – für uns ggf. nicht direkt nachvollziehbare Art und Weise – verhält, dann sollten wir uns fragen : Warum handelt er so? Hat er Angst vor etwas? Vielleicht davor, dass er seine Position verliert? Oder, oder, oder…

Emotionen sind hervorragend dafür geeignet um herauszufinden, ob gerade auf der Ebene der Werte und Prinzipien etwas passiert. Und genau auf dieser Ebene spielt ja die Musik, nicht auf den Ebenen darunter. Wenn die Ebene der Werte und Prinzipien geklärt ist, dann sind alles darunter nur noch operative Details.

Der Gallup Engagement Index

In dem Zusammenhang ist der Gallup Engagement Index ziemlich erschreckend. Gallup ist ein Personalberatungsunternehmen, und die Studie untersucht unter anderem die Motivation von Angestellten weltweit. In Deutschland haben wir über die Jahre hinweg eine „stabile“ Rate: 15 % der Angestellten sind im Zustand „Sabotage“, sie arbeiten gegen das eigene Unternehmen. 70% machen Dienst nach Vorschrift. Bleiben 15 % der Angestellten, die wirklich motiviert sind. Das hat auch etwas mit dem Führungsstil zu tun! Wenn Werte und Prinzipien verletzt werden reagieren die Menschen mit Dienst nach Vorschrift.

Wenn man mal die Situation, wie sie vor ein paar Jahren in Japan war, nimmt: Da gab es tatsächlich die Persönlichkeit „Ich bin ein Toyota“. Da hat es schon etwas religiöses. Diese Zugehörigkeit ist also wirklich extrem stark.

Andreas Lowinger

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