Wozu Agilität? Unternehmenskultur

Wozu Agilität? Unternehmenskultur

Culture is Read-Only.
Niels Pflaeging



 
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Culture is ‚Read-Only‘

Letzter Punkt, der auch daran anknüpft: Was hat es mit den Kulturänderungen auf sich? Niels Pflaeging hat gerade ein interessantes Buch geschrieben über „Komplexithoden“. Da ist mir ein Satz hängengeblieben: „Culture is ‚Read-Only'“ Wenn Sie sich an diesen großen roten Teufelskreis vom Anfang entsinnen, da wäre es doch das einfachste wenn man sagen würde: Wir ändern einfach die Kultur, dann ist doch alles gelöst.

Änderung der Unternehmenskultur durch gemeinsame Erfolge

Es gab früher wirklich mal Ansätze die in diese Richtung gingen. Da wurden dann Workshops gemacht wo man lernte sich gegenseitig im Team zu vertrauen. Da hat man sich dann nach hinten fallen lassen und die Kollegen haben einen aufgefangen. Da hat nicht viel gebracht, das war nicht nachhaltig. Letztendlich muss man gemeinsame Erfolge haben und dadurch wird Stück für Stück eine Kultur geändert, aber man kann sie nicht direkt ändern.

Happyness-Scale

Was man aber machen kann: Wenn man es einmal geschafft hat in diesen positiven Bereich reinzukommen, dann das Ganze zu nutzen und zu tracken. Das kann man machen zum Beispiel durch Punkte kleben, Smileys kleben, wie gut sich ein Team gerade fühlt. Jeff Sutherland nennt das Happyness-Scale. Da passieren sehr interessante Sachen. Nehmen wir einmal an, hier im Zeitverlauf – wir sind jetzt hier hinten angekommen, und wir wissen schon im Nachhinein was passiert ist, nämlich dass hier irgendwann zum Schluss irgendein sehr starker negativer Effekt im Projekt aufgetreten ist. Wir wissen noch nicht genau was es war, aber es ist irgend etwas, was einen großen Einfluss auf das Projekt hatte. Und wenn man über den kompletten Zeitverlauf hinweg den Happyness-Scale misst – und wir nehmen jetzt einmal an, dass es sich hier um ein gut eingespieltes Team handelt, das auf einem hohen Vertrauenslevel startet – sieht man hier hinten, dass das Vertrauenslevel auf einmal absinkt.

Schwarmintelligenz von Teams

Das Team und die Schwarmintelligenz des Teams wissen schon vorher, da kommt irgendetwas auf uns zu, dass wir nicht richtig aufgelöst bekommen. Und das bekommen Sie mit keinem Excel-Sheet oder Projektplan oder sonst etwas hin, aber mit so einem simplen Happyness-Scale, da bekommen Sie es hin. Das gute dabei: Sie gewinnen Reaktionszeit, weil die Emotionen im Team sehr viel früher anschlagen als die harten messbaren Effekte.

Prinzipien und Werte sind wichtiger als Methoden und Tools

Das war es letztendlich. Und Sie sehen hier auf den Folien, da ist gar nicht viel mit Scrum oder Kanban oder einer anderen speziellen Methode, weil ich sowieso glaube: Die Methodenebene ist relativ weit unten angesiedelt. Darunter kommt eigentlich nur noch die Tool-Ebene. Das ist auch so eine typische Sache, wenn ich zu Kunden komme und die wollen Agile einführen, dann kommt oft als erste Frage: „Was nehmen wir denn da für ein Tool? Was ist denn da das Beste auf dem Rechner?“ Da sage ich dann „Auf dem Rechner schon gar nicht und schon gar nicht mit entfernten Video-Konferenzen, sondern einfach Papier auf eine Wand und lasst die Menschen zusammen arbeiten.“

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Teil 7: Wozu Agilität? Unternehmenskultur

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