Die 7 größten Chancen der Medizintechnik

Highspeed für die Medizintechnik!

Teil 2: Die 7 größten Chancen der Medizintechnik

Trotz steigender Herausforderungen in den letzten Jahren bietet die Medizintechnik-Branche immer noch viel Raum für nachhaltiges Wachstum. Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen mitbringen, um in diesem Umfeld erfolgreich bestehen zu können?


 
Die Medizintechnik ist eine Branche mit nach wie vor sehr hohen Wachstumschancen. Doch damit Unternehmen in diesem Umfeld mitspielen können, müssen sie gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen. Welche das sind, das erfahren Sie jetzt.

Hallo und herzlich Willkommen. Es ist wieder Montag, das heißt es gibt eine neue Folge der Reihe Business-Chirurgie, dem Kanal für Highspeed in der Medizintechnik. Mein Name ist Frank Lange und heute geht es um die Chancen, die die Medizintechnikbranche den beteiligten Unternehmen nach wie vor bietet.

In der letzten Woche ging es um die Fragestellung, warum Unternehmen trotz der großen Chancen in der Medizintechnik steckenbleiben und sich nicht weiterentwickeln. Was sind die Gründe dafür, und wie spielen diese Gründe zusammen? Es gab 7 große Gründe.

Der Teufelskreis der Defokussierung

Zum einen gibt es die Überlastung die sich darin äußert, dass Mitarbeiter in zu vielen Projekten gleichzeitig arbeiten. Bad Multitasking ist ein Thema, das heißt die Mitarbeiter müssen ständig zwischen verschiedenen Projekten wechseln. Das sorgt letztendlich dafür, dass kein Fokus mehr auf die einzelnen Projekte da ist. Es entstehen Verzögerungen bei den einzelnen Projekten und diese Verzögerungen sorgen dafür, dass Projekte zu spät auf den Markt kommen. Zu spät auf den Markt kommen bedeutet, dass die Unternehmen nicht mehr so einfach die Nummer 1 in ihrer Nische werden können, weil andere Unternehmen schon vorne weg gelaufen sind, schon vorgegangen sind. Was dann noch übrig bleibt ist eine Rolle als Me-Too-Anbieter. Das bedeutet, dass es schwierig ist, in der entsprechenden Nische Premium-Preise zu erzielen. Das Ergebnis ist eine finanzielle Enge. Diese führt dazu, dass im Unternehmen plötzlich alles gemacht werden muss, was irgendwie möglich ist. Es werden neue Projekte gestartet, viel zu viele auf einmal. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, weil diese neuen Projekte wieder neuen Druck ins Unternehmen bringen. Im Zentrum des Ganzen steht das Thema Kultur, steht das Thema Unsicherheit bei den Mitarbeitern, steht das Thema Angst.

Dieser rote Teufelskreis sieht nicht sehr angenehm aus und die wenigsten Mitarbeiter möchten in einem solchen Unternehmen arbeiten. Auch die wenigsten Kunden möchten mit einem solchen Unternehmen zusammen arbeiten. Und auch die Finanzierer sträuben sich dagegen, in ein solches Unternehmen Geld zu investieren.

Und stattdessen?

Wie muss ein Unternehmen aussehen, in dem es sich lohnt zu arbeiten? In dem es sich lohnt Kunde zu sein? In dem es sich lohnt zu investieren? Letztendlich müssen all die roten Symptome in grüne Effekte umgewandelt werden. Statt einer Überlastung sollte das Unternehmen im Flow arbeiten. Statt einer späten Markteinführung – schnelle Projekte. Statt einer Situation der finanziellen Enge geht es darum, eine finanziell gesunde Basis zu haben und gleichzeitig die Möglichkeit, sich dorthin zu entwickeln, wo wirklich das Kundenbedürfnis ist.

Die zentrale Frage ist: Wie kommt ein Unternehmen schnell und sicher vom roten in den grünen Bereich? Häufig treten die gesamten negativen Symptome ja alle gleichzeitig in Unternehmen auf. Das heißt es gibt Projektverzögerungen, es gibt gleichzeitig eine Unternehmenskultur in der die Unsicherheit mit Händen zu greifen ist. Es gibt finanzielle Engpässe, und, und, und… Es gibt für die verschiedenen negativen roten Symptome unterschiedliche Handlungsansätze, sprich unterschiedliche Methoden.

Was zuerst?

Wenn in einem Unternehmen gleichzeitig agile Methoden eingeführt, die Projektdurchlaufzeiten dramatisch verkürzt, Sparmaßnahmen realisiert und die komplette Unternehmenskultur verbessert werden soll – und wenn das alles nicht miteinander synchronisiert ist -, dann führt dieser Veränderungsprozess zu einer zusätzlichen Last im Unternehmen. Und das verstärkt den Teufelskreis erst einmal. Die Frage ist also: Was ist die optimale Reihenfolge und wo setzt man zuerst an?

Viele Veränderungsprojekte haben mir gezeigt, dass es wenig Sinn macht, beispielsweise beim zentralen Kern direkt anzusetzen, das heißt bei der Unternehmenskultur und bei den Ängsten der Mitarbeiter. Einfach deshalb, weil diese sehr schlecht von außen änderbar sind. Diese Ängste sind änderbar durch Erfolge. Und Erfolge können durch andere Ansätze deutlich schneller erzielt werden.

Freeze!

Die einfachste Möglichkeit einen sehr schnellen und sehr starken Impuls zu setzen ist es letztendlich, Last aus dem System zu nehmen. Also am negativen Effekt des Aktionismus anzusetzen und dadurch das ganze Unternehmen in einem ersten schnellen Schritt zu entlasten. Dieser Ansatz stammt aus der Theory of Constraints und wird dort als „Freeze“ bezeichnet. Freeze deshalb, weil es darum geht einen Großteil ihrer Aufgaben und Projekte einzufrieren, also von heute auf morgen „auf Eis zu legen“ und zu stoppen. Die klassische Literatur empfiehlt in einem Portfolio 25% aller laufenden Projekte einzufrieren – von heute auf morgen. Das klingt erst einmal hart, doch ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich empfehle Ihnen mindestens 80% Ihrer laufenden Projekte einzufrieren. Der Effekt, der durch diesen Freeze eintritt, ist der folgende: Projekte werden deutlich beschleunigt, da sie nun mehr Fokus, mehr Mitarbeiter, mehr Management-Attention haben. Innerhalb kürzester Zeit ist die Beschleunigung der einzelnen Projekte sichtbar und die ersten Projekte werden innerhalb kurzer Zeit fertig gestellt. Von diesem ersten schnellen und deutlich sichtbaren Erfolg aus können Sie dann weiter operieren.

Agile Methoden und mehr…

Bereits mit diesem ersten Schritt werden Projekte deutlich beschleunigt. Und jetzt ist die Freiheit da weiterzumachen! Wir sind jetzt im Bereich Projektbeschleunigung in der F&E / R&D Abteilung geht. Methoden die nun angewendet werden können sind beispielsweise agile Methoden wie Scrum um die Projekte weiter zu beschleunigen, oder aber auch Methoden wie Critical Chain Projektmanagement aus der Theory of Constraints. Oder eine Kombination aus beidem; auch das ist möglich. Letztendlich geht es immer um die Frage: Wie können die Projekte noch weiter beschleunigt werden?

Silodenken überwinden

Auch im nächsten Schritt, in der Beschleunigung der Marktauslieferung der fertigen Produkte, geht es um die Beschleunigung auch dieser Arbeiten. Es geht darum, sowohl das Anforderungsmanagement als auch das Testen, als auch das Rollout, Vertrieb, Marketing alle in die Projekte zu integrieren. Gerade in größeren Unternehmen führt das zu der Aufgabe, dass die Grenzen der einzelnen Abteilungen und Bereiche überwunden werden müssen. Das Silodenken muss überwunden werden!

Marktführer werden

Sie kennen die Regel „The winner takes it all“. Wenn Ihr Unternehmen der Gewinner ist, also der erste im Markt, dann hat Ihr Unternehmen gegenüber dem Wettbewerb einen großen Vorteil und hat gute Chancen Marktführer zu werden. Die Methode die in diesem Bereich für eine starke Beschleunigung sorgt, ist die Methode der Positionierung. Auch hier geht es also wieder darum sich einzuschränken: Wo will das Gesamtunternehmen hin? Je enger Sie diese Positionierung definieren, umso eher und so schneller wird Ihr Unternehmen eine führende Marktposition erreichen.

Finanzielle Freiheit

Wenn Sie Marktführer sind, spielen finanzielle Sorgen eine längst nicht mehr so große Rolle. In der Regel werden Sie mit dem Unternehmen sogar einen ziemlich großen „Kornspeicher“ als Sicherheit zur Verfügung haben. Diese Sicherheit können Sie für Investitionen nutzen: Für neue Projekte, für Forschungsprojekte, für Innovationen.

Fokus

Beides kombiniert – also eine enge und spitze Positionierung zusammen mit ausreichend finanziellen Möglichkeiten – sorgt dafür, dass Sie ein klares und kleines Portfolio bilden können, in dem die Projekte wieder sehr, sehr schnell bearbeitet werden können. Und so kommen Sie in einen grünen Kreislauf, in einen sehr positiven Kreislauf, der letztendlich mit jedem dieser kleinen Effekte im äußeren Ring auch dafür sorgt, dass der innere Ring – sprich die Kultur des Unternehmens – sich deutlich verbessert.

Eine Unternehmenskultur von Vertrauen und Spaß an der Arbeit

Dadurch haben die Mitarbeiter wieder mehr Spaß an der Arbeit, können konzentrierten arbeiten und dadurch einen echten Kundennutzen schaffen. Und diese Effekte haben eine messbare Außenwirkung hin zu Kunden und Geldgebern.

Wie diese einzelnen Schritte Stück für Stück funktionieren und welche Methoden da genau angewendet werden können, und wie das alles zusammenspielt, erfahren Sie in den nächsten Folgen hier in der Business-Chirurgie. Bleiben Sie also dran. Wenn Sie direkt und automatisch informiert werden wollen, abonnieren Sie den Kanal. Kommentare sind sehr willkommen, es macht mir Spaß mit Ihnen in die Diskussion zu gehen. Ich freue mich schon sehr auf Ihr Feedback und sage Tschüss, eine schöne Woche und bis nächsten Montag.
 

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