Digitalisierung in der Medizintechnik

Highspeed für die Medizintechnik!

Teil 3: Digitalisierung in der Medizintechnik

Digitalisierung in der Medizintechnik ist aktuell einer der großen Megatrends. Oder handelt es sich dabei einfach nur mal wieder um eins der vielen Buzzwords? Warum Digitalisierung in der Medizintechnik auch für Sie und Ihr Unternehmen essentiell ist und wie Sie die exponentiellen Wachstumsmöglichkeiten bestmöglich nutzen, das erfahren Sie in folgendem Artikel.


 
Herzlich willkommen, es ist wieder Montag und ich begrüße Sie zu einer neuen Ausgabe der Reihe Business-Chirurgie, dem Kanal für Highspeed in der Medizintechnik. Heute geht es um das Thema Digitalisierung und um die Fragestellung „Ist Digitalisierung in der Medizintechnik nur ein kurzfristiger Hype oder wirklich ein langfristiger Trend den es gilt nicht zu verschlafen?“

Das Moore’sche Gesetz

Um das Thema Digitalisierung in seiner vollen Breite zu verstehen, müssen wir zeitlich ein wenig zurückgehen, und zwar ins Jahr 1965. Gordon Moore, einer der Gründer und spätere CEO des Unternehmens Intel, verfasste in diesem Jahr einen Artikel, in dem er eine Voraussage traf. Er hatte nämlich festgestellt, dass sich die Leistungsfähigkeit von Transistoren innerhalb von etwa einem Jahr verdoppelte. Er stellte daraufhin die gewagte These auf, dass sich dieses Wachstum noch mindestens 10 Jahre so weiterentwickeln würde.

Mittlerweile sind über 50 Jahre vergangen und es hat sich an der Voraussage nur Marginales geändert, die Verdoppelung der Leistungsfähigkeit findet nicht mehr jedes Jahr statt, sondern etwa alle 18 Monate. Doch der kern ist gleich geblieben, das bedeutet, dass sich etwa alle 5 Jahre die Leistungsfähigkeit von Computern und Computersystemen verzehnfacht. Über die Jahre hat dieses exponentielle Wachstum dafür gesorgt, dass sich die Computerleistung innerhalb von 50 Jahren um den Faktor 10 Milliarden vervielfacht hat.

Peter Diamandis: 6Ds

Wenn man diese enormen Wachstumsraten sieht, dann kann man sich natürlich fragen: Warum geben sich Unternehmen überhaupt mit Wachstumsraten von maximal 10% pro Jahr zufrieden? Warum springen sie nicht auf diesen exponentiellen Zug auf – und das so früh wie möglich? Das Problem dabei ist, dass sich digitales Wachstum bzw. exponentielles Wachstum in 6 relativ klar voneinander getrennten Schritten entwickelt, die Peter Diamandis herausgearbeitet hat. In den frühen Phasen des Wachstums ist oft gar nicht so klar ersichtlich, wie stark dieses Wachstum – im Gegensatz zu linearem Wachstum – überhaupt ist.

1. Digitalisierung

Die erste Phase ist die Digitalisierung selbst. Hier geht es darum den Schritt zu gehen, Produkte von einer materiellen Ausprägung hin zu einer digitalen Ausprägung zu bringen. Das erfordert erst einmal einiges an Aufwand und auch an Mut, es überhaupt zu tun.

2. Täuschung (Deception)

Im nächsten Schritt sieht man erst einmal – fast nichts. Die Form einer exponentiellen Kurve bringt es mit sich, dass sie in der Anfangsphase nur sehr langsam ansteigt und damit sozusagen versteckt „unter dem Radar fliegt“. In der Zwischenzeit kann es sein, dass der Wettbewerb sich weiterentwickelt, mit Wachstumsraten von vielleicht 10 % pro Jahr. Dieses Wachstum des Wettbewerbs sieht erst einmal nach deutlich mehr aus – weswegen diese Phase für die Digitalisierung auch besonders kritisch ist.

3. Disruption

In der dritten Phase wird es dann wirklich interessant. Es ist die Phase der Disruption, in der die digitalen Lösungen besser werden als die klassischen, bisher angebotenen Lösungen des Marktes.

4. Dematerialisierung

Es schließ sich eine Phase der Dematerialisierung an. Die Digitalisierung ist nun so stark fortgeschritten, dass die bisherigen klassischen Lösungen des Marktes komplett durch die neuen digitalen Lösungen abgelöst wird. Die Notwendigkeit materieller Lösungen entfällt somit.

5. Demonetarisierung

Die fünfte Phase ist die Phase der Demonetarisierung. Getrieben durch das Mooresche gesetz kosten die digitalen Lösungen auf einmal sehr viel weniger als die klassischen Angebote.

6. Demokratisierung

In der sechsten und letzten Phase der Demokratisierung sind die digitalen Lösungen so billig geworden, dass sie sich faktisch jeder Mensch auf der Welt die digitalen Lösungen leisten kann.

Erfolgreiche Unternehmen

Hier ein paar Beispiele für Unternehmen, die diesen Wandel hin zur Digitalisierung bereits durchgeführt haben – oder es eben leider nicht getan haben. Ein Unternehmen, das den digitalen Wandel nicht mitgemacht hat, ist das Fotounternehmen Kodak. Was heute die wenigsten wissen. Kodak war das erste Unternehmen, das eine funktionsfähige digitale Kamera entwickelt hatte. Doch die Verantwortlichen belächelten diese neue Medium der digitalen Fotografie. Und später arbeiteten sie sogar aktiv gegen dessen Einführung, weil sie eine Kannibalisierung des eigenen Geschäfts von innen heraus befürchteten. Was aus Kodak geworden ist, wissen Sie.

Gibt es Unternehmen, die es besser gemacht haben? Beispielsweise Apple mit iTunes. iTunes hat die komplette Wertschöpfungskette in der Musikindustrie revolutioniert. Als letztes Beispiel: Airbnb und Uber. Airbnb ist die größte Hotelkette der Welt, ohne eine einzige Immobilie im Portfolio zu haben und Uber ist ein Taxiunternehmen, das kein einziges Auto in seiner Bilanz stehen hat. Diese neuartig operierenden Unternehmen nutzen vorhandene Ressourcen, um nur noch eine digitale Komponente draufzusetzen. Sie nutzen quasi das bisher schon vorhandenen Strukturen als eine Art Betriebssystem, und setzen die eigene Wertschöpfung nur noch als kleine App oben drauf.

The winner takes it all…

Die spezielle Form der exponentiellen Kurve sorgt dafür, dass es um den Punkt der Disruption herum eine ganz besondere Form des Wettbewerbs in den Märkten gibt. Auf einmal geht alles sehr schnell und wer der erste ist – und diese Position auch behaupten kann – der kann sich als Marktführer sehr schnell und für sehr lange etablieren. Wir befinden uns in sogenannten „The-winner-takes-it-all-Märkten“. Für den zweiten oder dritten bleibt nur noch sehr wenig übrig.

Daher ist es auch für Unternehmen so wichtig, grade in Märkten die kurz vor einer Disruption stehen, ihre Entwicklungsprojekte so schnell wie möglich vorwärts zu bringen. Daher hat sich der Zielpunkt im magischen Dreieck des Projektmanagements in innovativen Märkten wie der Medizintechnik mittlerweile deutlich verschoben hin zum Faktor Zeit, hin zu schnellen Projekten. Daher geht es hier bei der Business-Chirurgie hauptsächlich um Highspeed-Projekte und um Highspeed-Unternehmen.

Wenn Sie heute zum ersten mal dabei sind und in Zukunft noch mehr über Highspeed-Projekte in der Medizintechnik erfahren wollen, dann abonnieren Sie diesen Kanal jetzt gleich. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann freue ich mich wie immer über Likes und vor allem über Kommentare, um einen regen Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg zu ermöglichen. Ihnen eine schöne Woche, bis zum nächsten Montag.
 

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