eHealth – Die Akteure im Gesundheitssystem sind noch nicht bereit

In der XING-Gruppe Health Care läuft derzeit eine von Dr. Norbert Jersch gestartete interessante Diskussion auf Basis des Vortrags „Gesundheit 2025 – Eigenoptimiert und rundum versorgt in die Zukunft?“ am 11.03.2015 beim BMC in Berlin initiiert wurde. Es geht um die Widerstände bei der Einführung neuer Technologien in der Medizintechnik: Zu neu, zu komplex, nicht an bestehende PVS und KIS anbindbar, und nicht personalisiert genug seien Apps & Co. Sie entsprächen daher nicht den hohen Qualitätsanforderungen in der Medizin – so der Vorwurf vieler Ärzte, Krankenkassen, und auch mancher Patienten.

Es ist schon merkwürdig – da stehen innovative neue Technologien mit einem klaren Leistungsvorteil zur Verfügung, die von Patienten dankbar angenommen werden. Gerade die Kleinteiligkeit von Apps senkt die Einstiegshürde für Anwender enorm, so dass diese neuen Angebote auch genutzt werden. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig und mit Spaß, was ganz nebenbei die Compliance enorm erhöht.

Ich frage mich: Wie sieht die Medizintechnik im Jahr 2025 aus? Häufig überschätzen wir, wie sich etwas innerhalb eines Jahres ändert, aber wir unterschätzen dramatisch wie es sich in 10 Jahren ändern kann. Vor etwas über 10 Jahren gab es z.B. weder Facebook noch Youtube oder Twitter, heute prägen diese sozialen Medien das Leben allerorten. Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich im Bereich der Medizintechnik, denn neben „einfachen“ Apps fließen aktuell noch eine ganze Reihe weiterer hochinnovativer Technologien in die Medizintechnik ein: Der 3D-Druck ist mittlerweile in der Lage Körpergewebe zu erzeugen, immer mehr Sensoren erfassen Körperdaten und werden sie bald über das Internet der Dinge miteinander verknüpfen und mit Hilfe von Big Data und Infinite Computing die Entwicklung hochgradig personalisierter Gesundheitsprodukte ermöglichen.

Dies alles bringt viele spürbare Vorteile für Patienten – daher nehmen sie diese Technologien auch sehr schnell an. Aber auch für Ärzte bringt eHealth eine enorme Arbeitserleichterung, wenn mündige und gut informierte Patienten in die Sprechstunde kommen. Was in einem dritten Schritt zu einer Kostenersparnis und damit auch zu einem Vorteil für die Kassen führt. Win-Win für alle.

Lassen Sie uns daher die implizite Aussage „Es geht nicht, weil …“ umformulieren in die Frage „Was muss passieren, damit …“.:

Was muss passieren, damit die Vielzahl von Apps/Applikationen Anwender nicht überfordert sondern unterstützt (Anwendung der Gebrauchstauglichkeitsnorm 62366 auch für Apps)?
Wie können Apps noch weiter personalisiert werden bei gleichzeitigem Datenschutz und Authetizität (Sensorik und das Internet der Dinge)?
Wie können die Daten so erfasst werden, dass sie mit PVS und KIS kompatibel sind

Originaldiskussion:
http://www.xing.com/communities/posts/ehealth-die-akteure-im-gesundheitssystem-sind-noch-nicht-bereit-1009392854

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