Keynote-Transkription 1

Anamnese

Ansonsten freue ich mich, dass Frank Lange wieder da ist. Ich muss jetzt schon sagen „wieder“, weil er mittlerweile ja zum festen Rednerpool der HLMC gehört. Sei es auf einer MedConf, oder einer Manage Agile, und ich wünsche Ihnen jetzt viel Spaß mit Frank.

Dankeschön, Gerhard! Schönen guten Morgen, herzlich willkommen. Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, da stand ich schon einmal hier an dieser Stelle. Zum einen Morgens hatte ich eine Rede gehalten und zwischendurch in der Kaffeepause hat mich Gerhard dann angesprochen und hat gesagt: Oh, er hat ein Problem. Ihm ist ein Speaker ausgefallen. Das ist so die Thematik, die bei Rednerorganisationen öfter mal vorkommt. Ich dachte mir: Des einen Leid, des anderen Freud. Mir brannte nämlich zu dieser Zeit eine Frage unter den Nägeln, die ich schon immer mal einem größeren Publikum stellen wollte. Und das ist die Frage: Was sind die größten Probleme der Medizintechnik?

Ich habe daraufhin einen kleinen spontanen Workshop organisiert und dazu eingeladen. Dort kamen dann sehr viele Menschen, die sehr stark darüber diskutiert haben und toll darüber diskutiert haben, was sind denn eigentlich unsere Probleme? Und es sind bei allen die gleichen gewesen.

Unternehmen wollen nämlich Innovationen haben, gerade in der Medizintechnik. Man möchte etwas Neues machen, man möchte neue Technologien einführen, große neue Projekte machen. Innovation heißt also eigentlich: Jeder möchte etwas Neues machen. Das Ergebnis sieht dann so aus, dass die Unternehmen ganz verschiedene Zielrichtungen haben und dadurch auch sehr, sehr große Portfolien. Das führt dazu, dass der Druck in den Unternehmen sehr stark wächst, deshalb wächst auch der Druck auf die einzelnen Personen, auf die einzelnen Teams und Mitarbeiter unheimlich viel leisten zu müssen. Es ist also eine Überlast da. Man kann nicht alles gleichzeitig machen.

Diese Überlast führt dazu, wenn man in Silos verhaftet ist – und das sind ja viele Organisationen – dass sie eher nur nach ihrem einzelnen kleinen Team schauen. Und wenn man dann in die Projekte schaut, dann sieht dass so aus: dann gibt es auf einmal Projektverzögerungen. Weil das Silodenken nur danach schaut: Wie können wir unser kleines lokales Problem lösen. Das Silodenken geht noch weiter: das ist nicht nur so in der F&E, sondern das geht auch in den Vertrieb rein, das geht ins Marketing rein, und auf einmal hat man eine Desynchronisation zwischen den Projekten und den Markteinführungen.

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