Keynote-Transkription 21

Komfortzone verlassen

Systemgrenzen überwinden. Hier sehen Sie einen Menschen, der ganz allein in seiner Box sitzt und ohne großen Kontakt zur Außenwelt als Einzelperson agiert. Die Frage ist wie kann man diese Grenzen überwinden? Denn nur durch das überwinden der Grenzen komme ich zum exponentiellen Denken und zum Faktor-10-Handeln. Peter Diamandis hat gemeinsam mit Ray Kurzweil viele Ideen zu exponentiellem Denken entwickelt, und er sagt: „If you can’t win the game, then change the rules. And if you can’t change the rules, then break them.“ Ein sehr schöner Ansatz, doch wie genau kann man Regeln brechen?

Was genau sind Systemgrenzen? Auf der persönlichen Ebene ist es die Komfortzone. Ich kann entweder morgens zur Arbeit gehen mit dem Ansatz: Heute arbeite ich nur das Notwendigste. Oder aber man ist wirklich commited dazu, dass am Abend wirklich eine Veränderung, eine Verbesserung stattgefunden hat. Auf der Ebene der Teams existieren neue Systemgrenzen die überwunden werden können: Die Zusammenarbeit zwischen mehreren Menschen, der interdisziplinäre Austausch. Auf der Unternehmensebene geht es dann um die Überwindung von Bereichsdenken und die Auflösung von Silos. Und am Schluss geht es um die Optimierung von Lieferketten. Wenn Sie an das Beispiel mit dem Hamster zurückdenken: Die Lieferkette hat ein Problem, also optimiere ich die Lieferkette und nicht den einzelnen Task. Warum sollten Sie als Systemgrenze eine Unternehmensgrenze akzeptieren, wenn Sie die komplette Lieferkette optimieren wollen? Noch einen Schritt weitergedacht geht es vielleicht gar nicht um die Optimierung einer einzelnen Lieferkette, sondern um die Optimierung einer kompletten Branche. Und da zukünftig verschiedenste Branchen und Technologien immer weiter zusmmenwachsen werden, geht es am Schluss um eine Nutzung des gesamten Weltwissens. Und da sind wir dann auch bei der Frage, die Sie vorhin gestellt haben: Wie können wir zum Beispiel den Prototypen eines Herzschrittmachers oder eines Defis wirklich testen? Eine noch nicht zu Ende gedachte Idee dazu ist, dass dies in Zukunft über neue Technologien möglich wird: Biosensoren erfassen alle unsere Körperdaten in Echtzeit und spielen Sie ins Internet der Dinge ein. Mit Hilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz wird aus den Körperdaten unzähliger Einzelpersonen Wissen über generelle medizinische Zusammenhänge generiert. Wenn das Moore’sche Gesetzt weiterhin Gültigkeit behält, wird es bald Infinite Computing geben: Rechenzeit kostet nahezu nichts mehr und kann skaliert werden, so dass Berechnungen beliebig schnell durchgeführt werden können. Die Möglichkeit aus Informationen Wissen zu generieren wird daher bald genauso leicht und einfach verfügbar sein wie Strom aus der Steckdose. Sie können sich bereits heute zum Beispiel in der Amazon-Cloud oder bei anderen Anbietern eine komplette IT-Struktur mieten und Sie bezahlen nur für die Leistung, die Sie wirklich nutzen – alles on demand. Das dadurch entstehende Wissen kann über Technologien wie virtuelle Realität und Robotik zum Beispiel wieder in Operationssälen genutzt werden. Und immer wieder 3D-Druck: Beinprothesen können bereits heute innerhalb kürzester Zeit und mit einer nie dagewesenen Genauigkeit an die Bedürfnisse von Patienten angepasst, gefertigt, und nutzbar gemacht werden.

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