Keynote-Transkription 5

Anästhesie

Das magische Dreieck. Wir kommen eigentlich aus dem Bereich der Qualitätssicherung, das ist Medizintechnik, sehr sicherheitsorientiert. Und jetzt erkenn wir aus diesem rot-grün-Bild: Geschwindigkeit ist das eigentlich Wichtige. Das ist letztendlich das Spannungsfeld, in dem wir uns in der Medizintechnik bewegen.

Wenn wir einen Change durchführen wollen im Unternehmen, dann ist es sehr wichtig, sich erst einmal zu konzentrieren auf die wenigen wichtigen Dinge. Es ist wichtig, Freiräume für die Mitarbeiter zu schaffen. Ich habe es öfter erlebt, da kommt man hin in ein Unternehmen und sagt: Hey, wir machen jetzt einen tollen Change, wir machen jetzt agil und Scrum! Und die Mitarbeiter sagen: Hm, ich habe eigentlich schon arbeitet bis hier oben und jetzt soll ich noch: Bücher lesen, Workshops machen, mich weiterbilden. Und dann soll ich mich auch noch ändern! Das ist ein bisschen viel auf einmal. Und dann ist da direkt ein Widerstand.

Die Frage ist: Kann man es irgendwie hinbekommen den Mitarbeitern erst die Freiräume zu geben, sie dann zu einer Änderung mitzunehmen, und gleichzeitig von Anfang an Geschwindigkeit aufzunehmen.

Dafür mal ein kleines Beispiel:Kommen Sie mal mit mir auf die Reise hier durch die Tür raus, schwenken Sie dann nach auf die linke Seite, da kommt eine Glastür und dahinter ist die Küche. Jetzt denken wir uns einmal rein in den Koch und der sagt „Ich will jetzt richtig effizient sein. Ich möchte gerne alles was in der nächsten Woche auf mich zukommen kann jetzt schon vorbereiten.“ Das heißt er fährt los auf den Viktualienmarkt morgens früh nach München rein und kauft dort alles frisch ein: Frisches Obst, Gemüse, Salat, leckere Steaks. Dann kommt er zurück und schneidet alles mit seinem Team schon mal klein für die nächste Woche. Der Salat wird gewaschen und wird draußen stehen gelassen, weil dann ist er ja auch frischer falls man ihn mal braucht. Das Steak wird schon einmal auf 50 Grad Kerntemperatur gebracht, das ist ja so wie es alle mal mindestens mögen – da kann man nichts verkehrt machen. Später kommt es noch kurz in die Pfanne und gut. Und jetzt steht das alles da eine Woche offen rum… Wie sieht denn das nachher aus? Kann das funktionieren? Nein, das kann nicht funktionieren! Warum machen wir es trotzdem so wenn wir in Projekten arbeiten? Der Koch stellt alles in den Kühlschrank. Und das gleiche funktioniert auch mit Projekten.

Weiter zu Keynote-Transkription 6