Das Eisberg-Prinzip

 Das Eisberg-Prinzip – die 4 Widerstandsebenen bei der Einführung von Scrum in der Medizintechnik

 Referent: Frank Lange, Agilefokus UG

Abstract: Die Medizintechnik steht vor neuen Herausforderungen: Produktentwicklungszyklen werden immer kürzer, Anforderungen ändern sich immer später im Projekt – ein ideales Einsatzfeld für Scrum.

Doch in Unternehmen in denen das V-Modell seit vielen Jahren stabil läuft, stößt der Change-Prozess hin zu agilen Methoden auf deutlichen Widerstand. Praxisnah zeigt dieser Vortrag an Hand eines real durchgeführten Changes 4 verschiedene Widerstandebenen auf. Zu jeder dieser Widerstandsebenen werden Symptome, Ursachen, und Lösungsansätze herausgearbeitet, die auch in anderen Medizintechnik-Unternehmen leicht erkenn- und umsetzbar sind.

Wo ist der besondere Bezug zur Medizintechnik? Die 4 Widerstandsebenen haben einen direkten Zusammenhang zu 4 wichtigen Normen der Medizintechnik: Der SW-Lebenszyklusprozess-Norm EN 62304, der Risikomanagement-Norm ISO 14971, der Qualitätsmanagement-Norm ISO 13485 und der Gebrauchstauglichkeitsnorm EN 62366. Die oberste der 4 Ebenen ist rein sachlich, in den darunter liegenden geht es um immer tiefere gehende Konflikte: Um Rollenkonflikte, Wertekonflikte und schließlich um Urängste von Menschen – daher der Name „Eisberg-Prinzip“.

Die Konfliktebenen sind speziell in Medizintechnik-Unternehmen besonders stark ausgeprägt, da ein Wandel von V-Modell hin zu Scrum auch mit einem Wandel von „Stabilität“ hin zu mehr „Flexibilität“ einhergeht.
Frank Lange arbeitet seit über 10 Jahren in der Medizintechnik und hat als Entwicklungsleiter eines mittelständischen Unternehmens vor 4 Jahren Scrum eingeführt. Dabei hat er festgestellt, dass eine Einführung agiler Methoden „out of the book“ in der Medizintechnik nicht funktioniert, sondern dass auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Branche eingegangen und Scrum entsprechend getailort werden muss.