Extreme Manufacturing in der Medizintechnik

Embedded meets Agile
Einreichung: Vortrag
Vortragsart: Anwenderbericht
Branche: Medizintechnik
Vortragstitel: Extreme Manufacturing in der Medizintechnik – wie Sie in 24 Stunden ein fertig entwickeltes Produkt in H‰nden halten
Abstract:
2010 gab es im Automotive-Bereich einen XPrize-Wettbewerb mit der Herausforderung ein straflentaugliches Auto mit weniger als 3 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern zu entwickeln. Der Berater Joe Justice stellte sich als Einzelperson dieser Herausforderung und trat gegen die Groflen der Automobilbranche an. Innerhalb von 3 Monaten hatte er – nebenberuflich nach Feierabend – den ersten fahrtauglichen Prototypen entwickelt. Wenige Monate sp‰ter arbeitete ein weltweit verteiltes Team von ¸ber 40 Freiwilligen an dem Projekt und am Ende kostete dieses 3-Liter-Auto gerade einmal 25.000 $ in der Produktion. Sein Erfolgsgeheimnis? Scrum und Extreme Manufacturing mit ultrakurzen Sprints von nur einer Woche auch in der Hardwareentwicklung.

Auch in der Medizintechnik beginnen sich agile Methoden wie Scrum oder Kanban in der Softwareentwicklung langsam durchzusetzen. In der Mechanik- und Elektronikentwicklung gibt es jedoch nach wie vor viele Vorbehalte. „In der Software mˆgen 1-Wochen-Sprints ja funktionieren, aber ein Leiterplattendesign oder eine Geh‰usekonstruktion dauert nun einmal 8-12 Wochen“ wird h‰ufig als Gegenargument vorgebracht.
Diese Argumentation ist jedoch in Zeiten von 3D-Druckern und automatischen Best¸ckungsautomaten nicht l‰nger haltbar: Mit Hilfe geeigneter Zulieferer ist jedes Medizintechnik-Unternehmen in der Lage, Prototypen aus verschiedensten Materialien innerhalb von 24 Stunden herstellen zu lassen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Werden Software, Mechanik und Elektronik fr¸hzeitig integriert und auch die Produktion in den Entwicklungsprozess mit einbezogen, so kˆnnen viel fr¸her die nach der Norm 62366 geforderten Gebrauchstauglichkeitspr¸fungen erfolgen. Fr¸hes Feedback durch Endkunden sorgt f¸r eine deutliche Beschleunigung des Entwicklungsprozesses bei einer gleichzeitigen enormen Steigerung der Produktqualit‰t.

Wo ist der besondere Bezug zwischen Agilit‰t und Embedded?
Um wirklich agil zu arbeiten gen¸gt es nicht, Scrum isoliert nur in der Software-Entwicklung einzusetzen. Auch die Firmware-, Mechanik- und Elektronikentwicklung gehˆren dazu. Letztendlich muss in jedem Sprint ein Gesamtprodukt entwickelt, integriert, getestet und produziert werden, um echtes Kundenfeedback zu erhalten.
Referentenprofil:
Frank Lange arbeitet seit ¸ber 10 Jahren in der Medizintechnik und stiefl als Software-Entwicklungsleiter bereits 2006 an die Grenzen traditioneller Entwicklungsprozesse wie dem V-Modell. Er arbeitet seitdem mit agilen Entwicklungsmethoden wie Scrum und Kanban, um bestmˆgliche Qualit‰t und eine fr¸he Time-to-Market zu erzeugen. Widerst‰nde bei der Einf¸hrung agiler Entwicklungsmethoden sind f¸r ihn integraler Bestandteil von Ver‰nderungsprozessen und sollen nicht unterdr¸ckt, sondern ganz im Gegenteil offengelegt und proaktiv angegangen werden. ìWiderstand ist Feedback.î und ìMenschen sind gut.î sind zwei seiner wichtigsten positiven Glaubenss‰tze.
Benˆtigtes Equipment:
Beamer + Laptop, Internet-Zugriff + Sound f¸r Youtube-Videos
Bemerkung: