Buchrezension „Tame the Flow“

Tame the Flow

Buchrezension

„Tame the flow“ beschreibt die Gemeinsamkeiten agiler Methoden und der Theory of Constraints. Anhand des Beispielprojekts „Borland Quattro Pro“ zeigen die Autoren, wie man mit Methoden wie Scrum, Kanban, WIP-Reduktion und einer globalen Sichtweise auf das Gesamtunternehmen Hyper-Produktivität erreichen kann. Einen großen Platz nehmen auch vermeintlich weiche Faktoren ein: Klare Rollen, eine gute Teamentwicklung und der CEO als Leader statt als Manager sind deutlich wichtiger als z.B. eine rein technisch durchgezogene Scrum-Einführung. Jeff Sutherlands Bild von der blauen und der roten Pille lässt grüßen – macht ein Unternehmen nur Scrumbut und gibt sich mit 10% Verbesserung zufrieden oder ist es zu tiefgreifenden Veränderungen bereit, um sich um den Faktor 10 zu verbessern?

Der Praxisteil widerlegt die gängige Vorstellungen, dass große und nachhaltige Veränderungen viel Zeit brauchen. Stattdessen zeigen die Autoren, dass dies durch die Einführung weniger Regeln und eine Handvoll Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge quasi über Nacht möglich ist.

Insgesamt ein äußerst lesenswertes und praxisnahes Buch.

Ein Verbesserungsvorschlag noch: Über das Buch verstreut finden sich immer wieder leichte Spitzen gegen agile Methoden – obwohl doch das Ziel des Buches die Zusammenführung von Agile und TOC sein soll. „Scrum does not lead to Hyper-Productivity“, „A Counterproductive Role: the Scrum Master“, „Manage Risk by Varying Time, Not Scope. Cutting the Backlog Does Not Cut It“ lauten die Überschriften einiger plakativer Kapitel, die mich so gar nicht überzeugen konnten. Für die nächste Auflage würde ich mich freuen, wenn solche Spitzen gegen agile Methoden entfallen. Notwendig sind sie nicht – denn wie das Buch zeigt haben Agile Methoden und die TOC die gleichen Wurzeln und ergänzen sich hervorragend.
 

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