Wie kann 3D-Druck in der Medizintechnik für Highspeed-Projekte genutzt werden?

OP-SchwesterRasante Entwicklung im 3D-Druck

Noch vor wenigen Jahren war 3D-Druck eine unausgereifte Technologie mit wenig Marktrelevanz. Zu gering die Druckauflösungen, zu kompliziert die Steuerungen, und die einzelnen Ausdrucke viel zu teuer.

All dies ändert sich gerade rapide. Die Auflösungen der Drucker werden von Jahr zu Jahr und von Monat zu Monat besser, bei gleichzeitig sinkenden Gesamtkosten: Einfache 3D-Drucker sind bereits für unter 1.000 € zu haben. Und durch die immer breitere Verfügbarkeit frei zugänglicher Druckvorlagen verbessert sich die benutzbarkeit und die Einstiegshürde sinkt.

3D-Druck mit verschiedensten Materialien

Früher gab es nur die Möglichkeit mit Kunststoffen in 3D zu drucken, teilweise sogar nur einfarbig. Heute hingegen können mit 3D-Druckern unterschiedlichste Materialien gedruckt werden, teilweise bereits in Verbundtechniken. Damit werden Produkte möglich, die mit Standardverfahren wie wie z.B. dem CNC-Fräsen rein prinzipiell nicht machbar sind.

Heute können über das sogenannte Lasersintern beispielsweise Metalle gedruckt werden, aber auch Glas, und in Amsterdam gibt es ein Projekt in dem ganze Häuser in einem gigantischen 3D-Betondrucker gedruckt werden.

Für die Medizintechnik ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten, da auch Gewebe gedruckt werden kann. So ist das 3D-Drucken von Zähnen bereits möglich, ebenso das von Weichgewebeprothesen, Knochen und Haut. Die Erzeugung von ganzen Organen ist bereits in der Entwicklung und wird vermutlich in den nächsten Jahren zur Anwendungsreife kommen (3D-Drucker kann Knochen mit Blutgefäßen herstellen).

Schnelle Feedbackschleifen in der Entwicklung

Die Fortschritte des 3D-Drucks können ideal auch in der agilen Medizintechnik eingesetzt werde, denn sie ermöglichen eine enorme Beschleunigung der Feedbackschleifen.

War es bisher vor allem die Software, die in schnellen Rückmeldeschleifen von Endanwendern begutachtet und danach vom Entwicklungsteam verbessert werden konnte, so ist dies nun auch in der Mechanik und – durch Extreme Manufacturing von Leiterplatten – in der Elektronik möglich.

Usability-Workshops mit Endanwender, Software-, Mechanik-, und Elektronikentwicklern sowie Designern ermöglichen Highspeed-Rückmeldeschleifen von wenigen Tagen oder sogar wenigen Stunden.

On-Demand-Produktion

Neben der Entwicklung revolutionieren 3D-Drucker auch die Produktion. Durch die enorme Beschleunigung des Produktionsprozesses müssen Produkte erst dann hergestellt werden, wenn sie vom Endkunden bestellt werden.

Die Bestände und damit Lagerhaltungskosten und das gebundene Kapital sinken enorm, der Kunde bekommt auf der anderen Seite immer die neueste Version eines Produktes ausgeliefert.

Darüber hinaus wird durch additive Verfahren wie dem 3D-Druck sehr viel weniger Material benötigt als bei der subtraktiven Produktion, wo der Verschnitt einen nicht unerheblichen Teil der Produktionskosten ausmacht.

Haben Sie bereits Erfahrungen im 3D-Druck sammeln können und welche weiteren Potentiale sehen Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar oder Ihren Input in unserer XING-Gruppe „Agile Methoden in der Medizintechnik“!

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