31.12.2018

Change-Canvas Trainingsvideo 3: Status Quo

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Wozu überhaupt Veränderung?

Ich habe bereits in der Einleitung gesagt, dass es sehr wichtig ist anfangs erst einmal zu klären, warum ein Wandel, ein Change, überhaupt notwendig ist. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie, als Top Manager in einem Medizintechnikunternehmen, Ihre Mitarbeiter, Ihre Teams auch mitnehmen wollen auf die Reise. Denn wenn die Fragestellung nicht ganz genau geklärt ist, warum überhaupt ein Wandel stattfinden soll, dann haben Sie schon die ersten Widerstände an Bord, obwohl das überhaupt nicht notwendig wäre, wenn, ja wenn diese Fragestellung erst gut geklärt worden wäre.

Wo stehen wir?

Eine gute Möglichkeit der Standortbestimmung bietet die Skalierung anhand der Fragestellung „Was läuft denn schon sehr gut in unserem Unternehmen?“ versus „Was läuft denn noch nicht sehr gut in unserem Unternehmen?“. Sie können anhand dieser einen Dimension festlegen, wie sieht das zum Beispiel aus mit Themen wie Projektleitung, wie gut sind wir da? Wie sieht es aus mit Themen wie Eigenständigkeit bei Entscheidungsfindung auf Mitarbeiterebene? Dürfen Ihre Mitarbeiter frei entscheiden? Und so weiter können Sie verschiedenste Elemente, die bei Ihnen im Unternehmen auftreten, zuordnen.

Die 7 Herausforderungen der Medizintechnik

Aus meiner Erfahrung mit Medizintechnikunternehmen sind es sieben spezielle Elemente, die eigentlich in jedem Unternehmen vorkommen, und wo ich Sie auch bitten würde, diese Elemente gleich zuzuordnen, auf einer Skala, wo Sie sich selber sehen, und diese sieben Elemente sind zum einen die Fragestellung „Wie überlastet sind Ihre Teams?“ Die Überlastung ist ein guter Indikator dafür, wie wahrscheinlich es auch ist, dass sich im nächsten Schritt, zweites Element, Projekte verzögern. Auch die Projektverzögerung können Sie einskalieren. Und im nächsten Schritt, wenn Projekte verzögert werden, dann kommen sie auch sehr spät auf den Markt, das ist nochmal eine Differenzierung, weil die Projektverzögerung häufig in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung stattfindet, R&D, während die Inmarktbringung auch noch Marketing, Vertrieb und vielleicht Finanzen involviert hat. Insofern ist das ein drittes Element. Wenn Sie zu spät in den Markt kommen, dann ist das Problem der Positionierung auf einmal vorhanden, es kann sein, dass Sie zu einem Me Too Anbieter werden, anstatt eine Spitzenposition im Markt einzunehmen. Das ist das vierte Element. Das fünfte Element ist, wenn Sie keine Spitzenposition haben, dann geraten Sie in eine Preisspirale rein, haben also finanzielle Engpässe, und wenn erst einmal finanzielle Engpässe da sind, das ist der sechste Schritt, das sechste Element, dann findet oft ein Aktionismus auch auf Topmanagementebene statt, man überlegt sich, wo kommt das Geld am besten schnell wieder her, startet neue Projekte, kurzfristige Projekte, die möglichst schnell Geld einbringen sollen, Umsatz generieren sollen, und dieser letzte Schritt befeuert aber letztendlich wieder nur die Überlastung im Unternehmen und bei den einzelnen Teams, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Und dieser Teufelskreis hat in der Mitte dann noch das siebte Element und das ist die Unternehmenskultur. Und auch da möchte ich Sie bitten, ordnen Sie die Unternehmenskultur in der Dimension ein, ist sie gut? Oder ist sie eher nicht so gut?

Vor welchen weiteren Herausforderungen stehen Sie?

Sie haben jetzt Ihre sieben Elemente auf einer Dimension angeordnet, und die Frage ist jetzt, welche weiteren Elemente gibt es in Ihrem Unternehmen, die über diesen Standardansatz hinausgehen, und sinnvoll sind, in diesem Modell betrachtet zu werden. Sie können dazu jetzt gerne die Aufnahme pausieren und sich genau zu dieser Fragestellung Gedanken machen.

Eine Erweiterung der rein eindimensionalen Zuordnung zwischen was läuft besonders gut im Unternehmen und was läuft nicht so gut, ist das sogenannte Pollackspiel. Beim Pollackspiel wird die Dimension, die wir eben besprochen haben, nochmal etwas verschärft, es geht nicht mehr nur um es ist gut oder nicht so gut, sondern oben steht „es ist gut und wird immer besser“, also auch für die Zukunft gerichtet, und im unteren Bereich der Tabelle „es läuft nicht so gut und wird auch immer schlechter“. Und die zweite Dimension ist dann die, „wir können nichts dagegen tun“ versus „wir haben alle Möglichkeiten, die Welt, so wie sie aktuell ist zu verändern“. Ihre nächste aktive Aufgabe ist also die, Ihre aktuellen Elemente, auf Post-it’s notiert, zu nehmen und nicht nur die Dimension „was ist gut, was ist nicht so gut“ zu betrachten, sondern auch die Dimension, „was können wir verändern und was erscheint uns unveränderbar?“ Ich bitte Sie jetzt wieder, diese Aufgabe durchzuführen und wir sehen uns gleich wieder. Halten Sie kurz das Video an.

Feld 1 im Pollak-Spiel: Nach uns die Sintflut

Sie haben nun in Ihren Change Canvas im ersten Feld Status Quo eine gute Aussage darüber, wo Ihr Unternehmen aktuell steht. Die einzelnen vier Bereiche, die sich dadurch auftun, möchte ich kurz erklären. Es gibt zum einen den Bereich links unten, „wir sind in etwas nicht sehr gut, wir werden auch immer schlechter, aber wir können sowieso nichts dagegen tun“. Dies ist das Prinzip „Nach uns die Sintflut“. Komme was wolle, wir können sowieso nichts dagegen tun, wir werden auch keine Aktionen in diese Richtung durchführen, und Sie können sich sicherlich sehr gut vorstellen, mit einer solchen Haltung ist es sehr schwierig, einen Change vorangehen zu lassen. Wenn Sie also merken, dass in diesem Feld noch übermäßig viele Ihrer Karten sind, dann ist es sehr wichtig, das im Hinterkopf zu behalten, wie Sie auch an der Grundhaltung arbeiten können, dass diese einzelnen Dinge entweder veränderbar sind, also dass man sie doch noch in einen anderen Bereich schieben kann, oder aber wenn sie komplett unveränderbar sind, sich damit auch abzufinden, also eine echte Entscheidung zu treffen, sich damit abzufinden, und eben nicht mehr in diese Richtung weiterzuarbeiten.

Feld 2 im Pollak-Spiel: Der Servicebereich

Im zweiten Feld wissen Sie, dass Sie gut in etwas sind und auch ständig darin besser werden, aber Sie können eigentlich nicht wirklich etwas bewegen, nichts tun. Das ist sozusagen der „Servicegedanke“, wir können zwar unsere Arbeit so gut wie möglich machen, aber letztendlich ist der Markt limitiert und wir können nicht weiterwachsen. Die Bezeichnung dafür ist letztendlich darauf hoffen, dass die Dinge schon nicht schlimmer werden. Wenn sie nämlich wirklich schlimmer werden würden, würde dieser Bereich sehr schnell abdriften in den negativen Bereich. Manchmal hat man ja ein bisschen Sorge davor, sich genau mit solchen Fragestellungen zu beschäftigen, aber genau das wollen wir heute im Workshop ja tun.

Feld 3 im Pollak-Spiel: Die Stoiker

Das dritte Feld ist das Feld der Stoiker. Wir sind nicht besonders gut, und wir werden auch immer schlechter in Dingen, aber wir können aktiv daran arbeiten, dass es wenigstens Stück für Stück besser wird. Dies ist immerhin der Ansatz, Dinge zu verändern, auch wenn sie sehr schwierig zu erscheinen, aber es ist ein sehr mühsamer Weg, weil er letztendlich die negativen Elemente versucht auszugleichen, statt die positiven zu betonen und weiter auszuprägen.

Feld 4 im Pollak-Spiel: Der Power-Bereich

Diesen letzten Aspekt, positive Elemente noch weiter auszuprägen, wo Sie gut sind, wo Sie ständig besser werden, und wo Sie es vor allem beeinflussen können, dass Sie noch besser werden. Und je mehr Ihre Elemente sich in diesem Powerbereich befinden, umso einen höheren Output haben Sie, denn Sie sind gut in etwas, und umso mehr Spaß macht die Arbeit auch wieder, weil Sie haben es selber in der Hand und Sie können Dinge selber beeinflussen.

Welche Position haben Sie im Pollak-Spiel?

Nehmen Sie sich noch ein bisschen Zeit jetzt zum Abschluss dieses Kapitels, lassen Sie es nochmal sacken, wie Ihre Aufteilung ist, verändern Sie vielleicht auch die Konstellation der Elemente zueinander, schieben Sie manche Elemente mit einer besonders starken Ausprägung in die jeweiligen Ecken, also zum Beispiel im Powerfeld, welche von den vielen Elementen, die da hoffentlich drinstehen, sind bei Ihnen besonderes ausgeprägt und können besonders ausgebaut werden, und notieren Sie auch gerne dazu, was Ihnen jetzt im letzten Block eingefallen ist, wie ich schon vorhin sagte, es wird viele Rückkopplungen im Canvas geben, je mehr Sie sich jetzt notieren und merken, von dem, was Sie im aktuellen Block, im aktuellen Video durchgeführt haben, umso besser können Sie nachher die Vereinheitlichung der gesamten Elemente des Canvas auch vorantreiben.

Manchmal hilft die Sicht von außen…

Ich möchte gern zum Abschluss des Videos mein Angebot wiederholen, wenn Sie das Gefühl haben, Sie stocken an dieser Stelle bereits und können noch nicht so klar zuordnen, welche Element eigentlich an welcher Stelle zugeordnet werden, oder wenn Sie ein ganz komisches Bauchgefühl haben, dass in Ihrem Unternehmen irgendwas nicht stimmt, Sie es aber nicht in Worte fassen können, was das genau ist, dann nutzen Sie die Möglichkeit, unten über den Button zu gehen und ein persönliches Gespräch zu vereinbaren, in dem wir uns eine Stunde gemeinsam Zeit nehmen, um Ihr konkretes Anliegen zu lösen. Bis gleich.

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